Das Armenhaus „St. Joseph’s Home“ in Kalkutta (Indien)

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Dreitausend Slums zählt Kalkutta ungefähr. Alles, was das Wort Verelendung bedeutet, ist hier ausweglose und grausame Realität. Ältere, kranke und schwache Menschen, die von ihren Familien verstoßen wurden oder keine Angehörigen mehr haben, sind auf das Betteln angewiesen. Sie liegen krank und in ihrem Elend allein gelassen auf dem Gehsteig und versuchen, sich durch Betteln am Leben zu erhalten, während um sie herum Menschen und Tiere in Müllhaufen nach Essensresten suchen. Meist erwartet sie ein bitterer, einsamer Tod auf den Straßen Kalkuttas.

Seit mehr als 100 Jahren kümmern sich die „Little Sisters of the Poor“ („Die kleinen Schwestern der Armen“) um kranke und hilfsbedürftige ältere Menschen, die sie von den Straßen Kalkuttas auflesen und in ihr „St. Joseph’s Home“ bringen. Dort geben sie ihnen Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung und vor allem menschliche Wärme und Zuwendung. Wer von den älteren Menschen körperlich in der Lage ist, beteiligt sich gern an leichten Reinigungs- oder Küchenarbeiten, die täglich im Armenhaus anfallen. Ein Arzt betreut diejenigen, die krank sind, und jeder Bewohner kümmert sich in einem rührenden Miteinander um seine Mitbewohner.

Circa 150 ältere Menschen werden von rund 15 Schwestern des Armenhauses versorgt. Da die Schwestern einem Bettelorden angehören, verlassen zwei von ihnen täglich das Haus und bitten bei Privatpersonen der Mittel- und Oberschicht sowie bei Geschäftsleuten aus Kalkutta um Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidung oder finanziellen Mitteln. So sind sie in der Lage, die Bewohner des „St. Joseph’s Home“ mit Nahrung, Kleidung und lebenswichtigen Medikamenten zu versorgen.

Durch die Unterstützung des CED konnte das Armenhaus mit einer Baufläche von rund 13.0000 m² Anfang der 90er-Jahre neu aufgebaut werden. In mehr als 100 Jahren hatte sich das Armenhaus durch ungünstige Witterungsverhältnisse wie Erdbeben, Monsunregen und hohe Luftfeuchtigkeit zu einem baufälligen und einsturzgefährdeten Gebäude entwickelt. Nach einer sechsjährigen Bauzeit konnten die Schwestern 1998 ihre Hilfeleistung für die Armen wieder vollständig aufnehmen.

Seit Fertigstellung der Bauarbeiten tragen die Spenden des CED dazu bei, die Alten und Kranken im „St. Joseph’s Home“ mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Kleidung zu versorgen und die aufopferungsvolle Arbeit der Schwestern für die Armen zu unterstützen.

 

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