Berichte aus Pallotti
- Ein neuer Schlafsaal für die Pallotti-Mädchenschule in Tansania
- Neues von der Schulerweiterung in Tansania:
- Neue Gebäude für die Pallottischule in Siuyu, Tansania
- "Ihr Lächeln füllt das ganze Gesicht aus"
- Chance auf Bildung für arme Mädchen
- Mein zukünftiges Leben - Mein Lebenstraum
- Schulplätze und AIDS-Hilfe für Tansania
- zur Hauptseite über die Pallotti Secondary School
Ein neuer Schlafsaal für die Pallotti-Mädchenschule in Tansania
Nun kann und muss er bald beginnen; der Bau des neuen Schlafsaals der „Pallotti Secondary School“: Der Bauplatz steht fest, die Pläne liegen vor und die neuen Schülerinnen für das nächste Schuljahr sind schon geplant.
Die Schule der Pallottinerschwestern in der ländlichen Region von Siuyu, Tansania, hat die Grenzen ihrer Kapazität erreicht. Die wegen ihrer guten Ausbildung, aber auch Unterkunft und Förderung für Mädchen und junge Frauen aus armen Familien beliebte und erfolgreiche Mittelschule, ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Seit Anfang 2012 haben dort 50 Schülerinnen mehr als bisher ihr Schuljahr begonnen. Mit nun 400 Mädchen und jungen Frauen verfügen die fünf Schlafsäle über keine freien Plätze mehr und das Anwachsen um noch einmal 50 Schülerinnen im nächsten Schuljahr steht bereits fest.
Der Fortschritt betrifft nicht nur die Schülerzahl, sondern auch Umfang, Qualität und Angebote für die Bildung. Ein neuer Oberschulkurs (der etwa unserem Fachabitur entspricht) soll angeboten werden, an dem noch einmal 30 junge Frauen teilnehmen sollen. Die Erweiterung, die nach und nach auch andere Schulgebäude betreffen wird, startet mit einem größeren Schlafsaal. Durch die Unterbringung im Schulcampus wird den Mädchen der oft kilometerlange und gefährliche Schulweg erspart. Somit kann für die Sicherheit und guten Lernbedingungen der Schülerinnen gesorgt werden. Der neue Schlafsaal wird 80 Schülerinnen Unterkunft geben.
Da dem CED die Ausbildung junger Menschen als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur vor Ort besonders am Herzen liegt, hat er seine Unterstützung von im Vorjahr 90 auf in diesem Jahr 100 Schülerinnen angehoben. Somit wird ein Viertel der Schulplätze an der Pallotti-Schule durch den CED finanziert. Auch bei der sich daraus ergebenden Erweiterung des Schulgebäudes möchte der CED durch Spendengelder helfend mitwirken. Der Neubau des Schlafsaals für die neu geplanten Schülerinnen soll mit Hilfe des CED’s errichtet werden. Die Bauarbeiten sind für die kommenden Monate geplant. Um diesen Traum wahr werden zu lassen, werden noch dringend Spenden benötigt.
Bitte helfen Sie mit, beim Aufbau des Gebäudes in dem die neuen Schülerinnen untergebracht werden. 50.000 Euro werden für den Bau benötigt!
Jede Hilfe zählt!
| Januar 2012 |
Neues von der Schulerweiterung in Tansania:
Von den sechs geplanten Gebäuden wird der CED eines der Gebäude finanzieren. Somit können ab kommenden Jahr noch mehr Kinder eine Schulausbildung erhalten. Sie können uns dabei helfen!
Immer mehr Mädchen möchten auf die „Pallotti Secondary School“ in Siuyu, Tansania gehen. Der Andrang an Antragstellerinnen wächst mit jedem neuen Schuljahr. Daher soll in den kommenden Monaten die Schule um sechs neue Häuserblocks erweitert werden. Auch die Zahl der Schülerinnen soll im kommenden Schuljahr von 350 auf 400 aufgestockt werden. Dafür sind dringend neue Gebäude zur Unterbringung der Kinder erforderlich. Der hohe Zulauf belegt auch die Erfolgsgeschichte der Schule: Dank des Engagements der Direktorin, Sr. Mary McNulty und ihren Mitschwestern gehört die 1995 gegründete Schule heute zu den besten des Landes. Dem CED liegt die Schulbildung, insbesondere von Mädchen und jungen Frauen, deshalb auch am Herzen, weil sie maßgeblich zur Entwicklung eines Landes beiträgt. So zeigen Studien der Vereinten Nationen, dass die Bildung von Mädchen u.a. zu geringerer Kinder- und Müttersterblichkeit, höherem Bildungsstand bei den Töchtern und Söhnen, höherer Produktivität und zu einem besseren Umgang mit den natürlichen Ressourcen führt. Damit stärken die gut ausgebildeten jungen Frauen die Infrastruktur ihres Landes und ermöglichen konkret eine „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Der CED möchte die Pallottiner-Schwestern bei der Erweiterung des Schulkomplexes unterstützen und plant die Kosten für den Neubau des Schlafsaals zu übernehmen. Für die Mädchen ist die Unterbringung im Internat in vielfacher Hinsicht ein Segen, denn die meisten wohnen zu weit entfernt, um den Schulweg täglich zu bewältigen. Auch lauern Gefahren auf dem Weg, immer wieder werden von Übergriffen auf Mädchen und Frauen berichtete. Deshalb ist die direkte Unterbringung der Kinder in der Schule von großer Wichtigkeit. Mit dem Neubau kann im Februar 2012 begonnen werden, doch der Baufortschritt hängt ganz von den eingehenden Spenden ab.
Helfen Sie mit! Mit Ihren Spenden können wir den Bau des Schlafsaals bis Weihnachten 2012 schaffen!
Übrigens hat der CED in den vergangenen 11 Jahren über 500 Mädchen aus ärmsten Verhältnissen den Besuch der „Pallotti Secondary School“ finanziert. Heute üben die jungen Frauen qualifizierte Berufe aus, etwa als Krankenschwestern, Ärztinnen, Anwältinnen, Journalistinnen oder Universitätsdozentinnen. Auch 2012 wird der CED das Projekt unterstützen und 100 Schulplätze bereitstellen.
| November 2011 |
__________________________________________________________________________

Neue Gebäude für die Pallottischule in Siuyu, Tansania
In den kommenden Monaten sollen sechs neue Häuserblocks für Schulpersonal, sowie ein Labor für den Chemieunterricht, ein weiterer Computerraum und eine Bibliothek gebaut werden.
Um die nächsten Projekte in Angriff zu nehmen, werden wieder neue Spenden benötigt. Dafür engagiert sich die Schuldirektorin und Pallottinerin Sr. Mary McNulty mit viel Engagement.
Geplant sind:
- eine Bücherei – um dem Wissensdurst der Schülerinnen nachzukommen
- ein Computerraum – auch in Tansania ist PC-Wissen eine wichtige Voraussetzung für weiterführende Ausbildung und Berufe
- ein kleiner Laden – damit die wichtigsten Dinge in nächster Nähe sind
- ein neuer Schlafraum und Duschen … – für weitere Schülerinnen
- … und eine Vergrößerung der Küche – denn die wachsende Zahl der Schülerinnen fordert einen ständigen Ausbau und Anpassung der Räumlichkeiten
Derzeit besuchen übrigens über 300 Schülerinnen die „Pallotti Secondary School“ der Pallottinerinnen; davon wird knapp ein Drittel vom CED unterstützt. Wussten Sie, dass bisher – seit 1998, dem ersten Abitursjahrgang, alle ihren Abschluss erfolgreich absolviert haben? Ja, die Schule gehört zu einer der besten des Landes: 80% schließen mit sehr guten bis guten Noten ihr Examen ab.
Viele der ehemaligen Schülerinnen bereichern heute die Gesellschaft – einige sind selber Lehrkräfte geworden, andere lehren an der Universität oder sind gar Schulleiter. An diesen Beispielen wird der große Wert und Sinn der Unterstützung sichtbar, die sich multipliziert und vielfach auszahlt. Das gibt Hoffnung und Mut!
| für den CED Dorothea Treder, Juli 2009 |
__________________________________________________________________________
"Ihr Lächeln füllt das ganze Gesicht aus"
Petra Wiedemann (CED-Kempten) berichtet von ihrer Projektreise nach Tansania
Petra Wiedemann (37) gehört zu den CED-Helferinnen der ersten Stunde. Die Projekte in Tansania sind ein Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit beim CED. Der Kontinent fasziniert sie seit ihrem fünften Lebensjahr. Hauptberuflich unterrichtet Frau Wiedemann an der Volksschule Buchenberg bei Kempten. Sie erzählt ihren Schülern gerne von den Projekten des Entwicklungsdienstes. Einige Schüler hat sie schon als Helfer für den CED gewonnen. Vor allem die Pallottischule in Tansania ist ihnen ans Herz gewachsen. Frau Wiedemann selbst reist für den CED regelmäßig nach Afrika, um sich über den Stand der laufenden Projekte vor Ort zu informieren. Besonders beeindruckend ist für sie die Begegnung mit den Menschen. Im August dieses Jahres war sie zum dritten Mal dort. Petra Wiedemann erzählt von Menschen, die trotz Krankheit und Leid das Lächeln nicht verlernt haben, und berichtet vom Stand der aktuellen Projekte, die der CED unterstützt.
CED: Was fasziniert Sie so an Afrika und speziell an Tansania?
Mich fasziniert der Kontinent schon seit meiner Kindheit. Seit ich im CED mithelfe, ist es die Beziehung zu den Menschen, die mich immer wieder nach Afrika zieht. Was die Reisen dorthin außerdem so besonders macht: Man sieht, was mit den CED-Spenden passiert – und dass sehr viel Positives daraus entsteht.
CED: Aktuell wurden neue Klassenzimmer in der Pallottischule in Singida gebaut. Ihr Eindruck?
Die Räume sind kurz vor der Fertigstellung. Es fehlen nur noch Stühle und Tische. Die Räume sind sehr hell wegen der großen Fenster. Die Schülerinnen können kaum erwarten, dort einzuziehen.
CED: Wie reagieren die Mädchen dort auf den Besuch vom CED, wenn sie wissen: Das ist eine, die uns unterstützt?
Sie sind ganz herzlich! Sie wollen wissen, wie die Schüler bei uns lernen, wie es bei mir an der Schule zugeht, wie unser Leben in Deutschland ist, was für uns wichtig ist und worüber wir uns Gedanken machen. Und sie erzählen immer, welchen Beruf sie erlernen wollen.
CED: Was zum Beispiel?
Viele wollen Lehrerin werden. Aber auch Arzt ist ein beliebter Beruf. Und auffällig viele möchten einen technischen Beruf erlernen. Mich beeindruckt es, wie fleißig und hart sie dafür arbeiten. Den Mädchen ist klar, dass nur eine gute Schulbildung sie aus dem Teufelskreis der Armut befreien kann. Begeistert war ich auch, dass viele von den Mädchen sehr gut und flüssig Englisch sprechen.
CED: Der CED unterstützt in Tansania auch ein Armenkrankenhaus. Wie ist der aktuelle Zustand?
Es ist ein insgesamt einfaches, aber materiell und personell sehr gut ausgestattetes und sehr sauberes Krankenhaus. Die Betten sind einfach, die Rollstühle einfache Stühle mit Rädern. Aber wie dort gearbeitet wird, ist wirklich gut. Die Patientenlisten werden akribisch genau geführt. Ich bin bei vielen Geburten dabei und staune, wie versiert Ärzte und Pflegepersonal arbeiten.
CED: Können Sie ein Beispiel geben, was CED-Gelder konkret bewirken konnten?
Als Beispiel möchte ich von einem Fall eines AIDS-Waisenkindes berichten. Vor zwei Jahren war ich mit meinem Mann in Afrika und habe ein Waisenkind, ein Mädchen, besucht, das bei ihrem 70-jährigen Großvater lebt. Das kleine Mädchen ist HIV-positiv. Das Dach ihres Hauses war zusammengebrochen und sie waren sozusagen obdachlos. Susanne Pechel hat sofort Hilfe zugesagt. Als ich jetzt wieder dort war, kam mir das Mädchen überglücklich entgegen. Sie ist jetzt stolze Hausbesitzerin und kümmert sich um das Haus. Jeder hat jetzt ein eigenes kleines Zimmer. Im alten Haus musste sie mit Schwester und Großvater in einem Bett schlafen. Nur um zu verdeutlichen, wie wichtig ein wärmendes Zuhause dort ist: In dieser Gegend in Tansania kann es nachts auch bitterkalt werden.
CED: Wenn jemand wenig Geld hat, den CED aber trotzdem auch finanziell unterstützen möchte: Was bewirken in Tansania 10 Euro?
Man kann so viel mit nur 10 Euro bewirken. In Afrika bekommt man für das Geld viel mehr als hier. Man kann Seife oder Schulzeug kaufen oder gesunde Lebensmittel, die besonders für AIDS-Kranke wichtig sind. Bei einer guten Ernährung bricht die Krankheit nicht so schnell aus.
CED: Wie gehen die Bauarbeiten am HIV/AIDS-Zentrum Faraja voran?
Sehr gut. Der Bauingenieur, der den Hausbau betreut, achtet sehr genau darauf, dass alles ordentlich gemacht wird. Die Arbeiter haben insgesamt lange gebraucht, um das Fundament auszuheben. Es muss besonders breit und tief sein, weil Faraja in einem Erdbebengebiet liegt. Das Fundament steht jetzt. Der Rest soll bis zum nächsten Frühjahr fertig sein. Dann ist auch die Einweihung geplant. Vor zwei Jahren stand noch die Frage im Raum, ob man ein altes Haus kauft und es renoviert, man hat aber keines gefunden, schon gar nicht eines in der Nähe des bisher angemieteten AIDS-Zentrums. Dieses Haus jetzt liegt schräg gegenüber dem alten Zentrum.
CED: Was hat Sie in Afrika am meisten beeindruckt?
Es sind immer die Menschen. Sie sind so herzlich und gastfreundlich. Sie haben ein Lächeln, das das ganze Gesicht ausfüllt. Selbst dann, wenn sie ein schweres Leid plagt. Ich habe zum Beispiel ein Mädchen getroffen, das Aids hat und dennoch einen sehr starken Lebensmut und Kampfgeist bewies. Mir tut es gut, solche Menschen zu erleben. Das Schönste ist, wenn ein Kind auf der Straße strahlend auf mich zukommt und mir die Arme entgegenstreckt. Es ist immer wieder schön für mich zu sehen, wie glücklich die kleinen Kinder sind, wenn sie in den Tragetüchern bei ihren Müttern oder älteren Geschwistern sind. Faszinierend ist die Kreativität der Kinder, sich selber Spielzeug zu basteln. Es ist diese Einfachheit, die mein Leben und mein Denken wieder in die richtige Bahn lenkt. Dann erscheinen mir meine Probleme zum Teil unwichtig. Und mich beeindrucken die Schwestern, die in der Pallottischule, im Krankenhaus und im AIDS-Zentrum eine so wahnsinnig tolle und aufopferungsvolle Arbeit leisten. Ich freue mich jetzt schon auf meine nächste Reise dorthin.
CED: Hatten Sie keine Angst vor einer Ansteckung mit AIDS?
Beim ersten Mal vor drei Jahren ja, da war ich schon ein bisschen nervös. Als ich dann aber bei einer sehr kranken Frau war, musste ich sie einfach in den Arm nehmen, als ich sie gesehen habe, und meine Bedenken waren wie weggewischt. Sie war so dankbar, dass sie meine Hand gar nicht mehr los gelassen hat! Und es war auch für mich so schön. Sie hat mir so viel gegeben! Die Frau ist inzwischen gestorben, aber ich denke noch oft an sie. Es gibt kein Geld, das einen so glücklich machen kann, als wenn man solche Situationen erleben darf.
| für den CED Dorothea Treder, Oktober 2009 |
__________________________________________________________________________
Chance auf Bildung für arme Mädchen
Sr. Mary McNulty hat alles aufgegeben: ihre Familie, ihre Heimat in Irland, ihre Freunde – und gründete vor 19 Jahren mit fünf weiteren Ordensschwestern die Pallottischule in Siuyu/Tansania. Bildung sei der Weg aus der Armut, betont sie immer wieder, vor allem für Mädchen. In Afrika haben Jungs ein Vorrecht auf Bildung. Deswegen nimmt die Pallottischule nur Mädchen auf, besonders die armen vom Land. Derzeit lernen 260 Mädchen an Sr. Marys Schule, die mittlerweile zu den besten des Landes gehört - und expandiert. Dank zahlreicher Spenden können sieben neue Klassenräume gebaut werden, sagt Sr. Mary im Interview. Am 6. Juli war sie zu Besuch in München.
CED: Sie lassen einen neuen Gebäudekomplex bauen. Sie haben offensichtlich guten Zulauf.
Sr. Mary: Ja. Die Regierung und Eltern haben darauf gedrängt. Sie wollen, dass wir expandieren. Letztes Jahr haben wir begonnen mit dem ersten Projekt – der Bau von sieben Klassenräumen. Dies kostete uns 90 000€: 70 000€ bekamen wir von der irischen Regierung, je 10 000€ von CED und von meiner Familie.
CED: Erstes Projekt?
Sr. Mary: Ja, wir planen noch mehr zu bauen. Die nächste Phase wird der Bau eines separaten Raumes für Prüfungen sein, welcher aber auch für Freizeitaktivitäten wie Videoabende genutzt werden könnte. Außerdem werden ein Computerraum, eine Bibliothek, einige Räume für die Mitarbeiter, ein Labor, Schlafräume, sanitäre Anlagen und ein Krankenzimmer benötigt.
CED: Wann können die Mädchen in die neuen Räume einziehen?
Sr. Mary: Das ist für Januar 2010 geplant. Wobei sie nach und nach einziehen werden. Im nächsten Jahr wird es zwei neue Klassen geben, mit je 45 Mädchen. Bis alle Räume genutzt werden können, werden einige Jahre vergehen.
CED: Warum?
Sr. Mary: Wir bekommen nur das, was gezahlt wird. Das heißt, wenn wir Geld bekommen, können wir Ziegel und alle weiteren Materialien besorgen, damit gebaut werden kann. Dann können die Arbeitskräfte, die aus der näheren Umgebung kommen, bezahlt werden. Wir arbeiten mit einem Architekten zusammen, der 400 Kilometer von uns entfernt wohnt. Er kann nicht immer zu uns kommen, weil das zu teuer wäre.
CED: Wofür haben Sie die CED-Spenden hergenommen?
Sr. Mary: Von den Spenden haben wir Holz gekauft für Türen und Fenster, sowie Glas und Farbe, um das Gebäude fertig zu stellen. Ein Stück Holz, ungefähr sechs Meter lang, kostet 5 Euro, ein kleiner Sack Zement oder ein Eimer Farbe 10 Euro. Das ist dort sehr viel Geld, aber uns ist ein hoher Standard wichtig. Die Gebäude und alles, was darin ist, soll lange halten.
CED: Sie schreiben, dass Sie neue naturwissenschaftliche Kombinationen anbieten wollen. Was meinen Sie damit?
Sr. Mary: Es ist wie bei Ihrem Abitur, da haben Sie auch bestimmte Kombinationen, die für eine Prüfung möglich sind. Wir haben den Block Englisch, Geschichte, Geographie und Allgemeinbildung. Bei der zweiten Kombination wird statt Geographie Kisuaheli unterrichtet. Leider bieten wir noch keine Kombinationen aus naturwissenschaftlichen Fächern an, weil uns Lehrer und Labore fehlen. Deswegen müssen Mädchen, die Naturwissenschaften erlernen wollen, später an eine andere Schule wechseln.
CED: Insgesamt unterrichten Sie zehn Fächer.
Sr. Mary: Ja. Englisch, Kisuaheli, Geschichte, Mathe, Geographie, Biologie, Chemie, Physik, Allgemeinbildung und Bibelkunde. Waren das zehn?
CED: Ja. Ist der Abschluss, den die Mädchen an Ihrer Schule machen, vergleichbar mit unserem Abitur?
Sr. Mary: Naja, die Mädchen können danach studieren. Insofern ja. Und wir bieten einen hohen Standard. Das ist wichtig für den Wettbewerb.
CED: Wenn ein Mädchen bei ihnen an der Schule aufgenommen werden will, muss sie eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Was ist da gefragt?
Sr. Mary: Wir prüfen in Englisch, Kisuaheli und Mathe. Und wir nehmen nicht nur die sehr Guten. Meist kommen die Guten aus der Stadt. Uns ist es wichtig, gerade den Mädchen vom Land eine Chance auf Bildung zu geben. Die sind oft viel ärmer als die Stadtkinder. Wenn ein Elternteil Geld verdient, bitten wir ihn, die Hälfte des Schulgeldes zu zahlen, also 150 Euro im Jahr. Viele können sich selbst das nicht leisten. Deswegen sind wir froh um jede Spende, dank der ein Mädchen zur Schule gehen kann.
CED: Ich kann mir vorstellen, dass es unglaublich nervenaufreibend ist, wenn man die Verantwortung für einen Schule, die Schüler und das, was gelehrt wird, tragen muss. Wie gehen Sie mit der Last der Verantwortung um?
Sr. Mary: Oh, es ist stressig, besonders ausgebildete Lehrkräfte sind knapp – nur die Hälfte von ihnen hat Abitur, und dann fehlt es an Unterrichtsmaterialien. Dann ist es schwer, von den vielen Mädchen, die sich bewerben, auszuwählen. Letztes Jahr haben 469 die Aufnahmeprüfung gemacht, wir konnten nur 49 aufnehmen. Gott hilft uns bei der Arbeit im Team, welches sehr wichtig ist. Ich vertraue auf Gott und auf die Menschen, die mit mir zusammenarbeiten, inklusive der Mädchen. Wenn ein neues Mädchen in die Schule kommt, bekommt es einen Schutzengel: Eine Schülerin der nächsthöheren Stufe ist ihre Ansprechpartnerin. Die wiederum hat auch einen Schutzengel, und so geht das weiter. Diese Mädchen sind dann füreinander zuständig. Sie sind sehr dankbar dafür.
CED: In Afrika gibt es in manchen Regionen heftige Kämpfe zwischen Christen und Moslems. Gibt es so etwas in Ihrer Region auch?
Sr. Mary: Nein, bei uns leben die verschiedenen Religionen friedlich miteinander. Wir haben 65% Katholiken, 25% sind weitere Christen und 10% Moslems. Dies ist schon seit Eröffnung unserer Schule so, in Tansania ist 30% der Bevölkerung muslimisch. Die Eltern wissen, dass wir Bibelkunde unterrichten und dass das Fach in den ersten Jahren Pflicht ist. Sie lesen gern in der Bibel. Wir lehren auch den Respekt voreinander. Die Moslems haben bei uns einen eigenen Gebetsraum. Sie sind oftmals sehr gläubig, aber nicht fundamentalistisch.
CED: Können Sie ein Beispiel geben, wie der Besuch ihrer Schule das Leben eines Mädchens verändern kann?
Sr. Mary: Natürlich. Renalda zum Beispiel. Sie hat vier Schwestern, ihre Mutter ist tot. Der Vater arbeitet als Fahrer in der Medizinischen Versorgung eines Krankenhauses in Makiungu, die der CED sponsert. Der Vater hatte zu wenig Geld, um die Bildung voll zu finanzieren. Er zahlt die Hälfte. Der CED finanziert den Rest. So können Renalda und zwei ihrer Schwestern die Schule besuchen. Jetzt ist Renalda auf einer anderen Schule, weil sie Naturwissenschaften studieren wollte.
Emiliana ist eine von 14 Kindern und ihre Schulausbildung wurde auch durch den CED finanziert. Der Vater war Trinker, die Mutter hat hart gearbeitet, damit ihre Tochter zur Schule gehen kann. Emiliana hat später in Teilzeit an unserer Schule unterrichtet, jetzt ist sie an der Universität.
CED: Was bedeutet Ihnen der Besuch in München?
Sr. Mary: Ich möchte mich bei den vielen Spender bedanken, ganz, ganz herzlich bedanken, dass sie uns Gutes tun und uns helfen, ebenfalls Gutes zu tun. Es ist so wichtig, dass die Mädchen eine Bildung bekommen, die sie sich auch so sehr wünschen. Wer nicht zur Schule geht, wird sehr früh verheiratet, arbeitet hart auf den Feldern. Mit der Bildung bekommen die Mädchen eine Arbeit, sie sind frei und können sich und ihre Familien versorgen.
| für den CED Dorothea Treder, Juli 2009 |
__________________________________________________________________________
Mein zukünftiges Leben - Mein Lebenstraum

Übersetzung: Mein zukünftiges Leben - Mein Lebenstraum
Liebe Spender,
Mein Name ist Paulina Gerald. Ich bin die Zweitgeborene in einer Familie von sieben Kindern. Ich habe einen Bruder und fünf jüngere Schwestern. Meine beiden Eltern sind Bauern.
Ich bin jetzt in Form VI an der Pallottischule und ich hoffe, dass ich mein Abitur im Februar 2010 schaffen werde. In der Zukunft ist es mein Lebenstraum, nach Abschluss der Universität Lehrerin zu werden. Gerne würde ich an der Universität Soziologie lehren. Insbesondere interessieren mich die Probleme von Kindern und Frauen, d.h. ich würde mich gerne für die Gleichberechtigung der Frauen und die Verbesserung der Lebensumstände einsetzen. Ich habe mich für diesen Schwerpunkt entschieden, weil in unserer Gesellschaft Männer und Frauen nicht gleichberechtigt behandelt werden. Ebenso möchte ich mich dafür einsetzen, Menschen in der ländlichen Region von Singida über das Thema HIV/AIDS aufzuklären. Die Krankheit ist sehr gefährlich und hat in unserer Region bereits viele Menschen getötet. Dadurch sind sehr viele AIDS-Waisen zurück geblieben, denen es an lebenswichtigen Dingen mangelt wie Nahrung, Schutz und Kleidung.
Wenn es Gottes Wille ist, wird es mir gelingen die reichen Menschen und die Regierung davon zu überzeugen ein Waisenhaus in unserer Region aufzubauen – vor allem für die Waisenkinder bei denen beide Elternteile an AIDS gestorben sind. Das würde den Kindern helfen eine Grundversorgung zu erhalten, so wie einen sozialen Schutz und die Chance auf eine Schulerziehung und spätere Ausbildung.
Ich wäre froh, in der Zukunft helfen zu können, weil auch mir geholfen wurde. Ich habe durch die Fürsorge, die mir geschenkt wurde gelernt, anderen zu helfen und ebenfalls Fürsorge für sie zu übernehmen.
Ich bitte Gott mir dabei zu helfen, anderen mit einem helfenden Herz zur Seite zu stehen und sie glücklich zu machen.
Möge Gott, Sie alle schützen.
Ich danke Ihnen sehr.
| Juli 2009 |
_________________________________________________________________________
Schulplätze und AIDS-Hilfe für Tansania
Projektbesuche durch PD Dr. med. Stefan Hinterwimmer, CED-München im April 2008
In der Pallotti-Schule in Siuyu erfuhr er, dass die Nachfrage nach Schulplätzen inzwischen so stark gewachsen ist, dass der Anbau weiterer Klassenzimmer und Schlafräume geplant wird. Der aus CED-Spenden finanzierte Computerraum wurde inzwischen in Betrieb genommen und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Schülerinnen. Desweiteren traf Dr. Hinterwimmer einige ehemalige Schülerinnen, die dank ihrer Ausbildung in der Pallotti-Schule heute u.a. als Lehrerinnen, Ärztinnen und Rechtsanwältinnen tätig sein können.
In Makiungu ist die Betreuung von AIDS-Waisen nach wie vor ein enorm wichtiges Anliegen. Dr. Hinterwimmer konnte einige der betreuten Familien in ihren ärmlichen Hütten besuchen und der Leiterin des Makiungu Hospital, Sr. Maria Borda, auch zukünftige finanzielle Hilfe für die Versorgung der AIDS-Waisen zusagen.
Letzte Station der Tansaniareise war der Besuch des Faraja-Centers in Singida. Die Leiterin, Sr. Marian Sceena, ist sehr glücklich darüber, dass dank einer großzügigen CED-Spende nun ein benachbartes Grundstück gekauft werden konnte, auf dem das neue Faraja-Center errichtet werden soll. In den nächsten Wochen wird mit dem Abbruch der noch auf dem neuen Grundstück vorhandenen Ruine und anschließend mit dem Neubau des neuen Hauses begonnen.
| Mai 2008 |






